Montag, 13. April 2015

eine Nacht in der Wildnis

Snøhuleturen- Die Schneehöhlentour

Ausnahmsweise ist mal wirklich was spannendes passiert, und zwar unsere Schneehöhlentour. Wir haben uns mit einer Gruppe von etwa 20 Leuten auf in die Berge gemacht um in einer selbstgebauten Schneehöhle zu übernachten. Am 20. März habe ich mich morgens mit Rike und Anezka, unseren Skiern, und monstösen Rucksäcken in den Bus nach Røros gesetzt, wo wir dann umgestiegen sind in den Zug nach Alvdal. Alvdal lieg in den Bergen zwischen Trondheim und Oslo, ist aber näher an Trondheim gelegen, weshalb wir später losfahren konnten als alle anderen. In Alvdal haben wir dann auf 8 andere Austauschschüler getroffen, was ganz gut war, weil wir dort etwa eine Stunde warten mussten und somit gut die Zeit rumschlagen konnten.


 Als dann das Auto von YFU kam und unsere Ski und Rucksäcke mitgenommen hat haben wir uns zu Fuss auf den Weg zur Schule in Alvdal gemacht, in der wir die erste Nacht verbracht haben. Unerklärlicherweise sind wir die letzten 300 Meter gerannt, weshalb wir dann relativ erschöpft in der Schule eingetrudelt sind. Dort haben wir dann die restlichen 5 getroffen (wir waren insgesamt 14 freiwillig angemeldete Austauschschüler) und uns dann in die Küche begeben um Tacos zu machen. Tacos sind sehr, sehr Norwegisch und es ist typisch sie einmal in der Woche zu essen. Nach dem Abendessen haben wir dann noch den Ablaufplanbesprochen und geplaudert und haben uns relativ früh (halb 12) hingelegt.

Am Samstag morgen haben wir gefrühstückt und uns danach fertig für die Tour gemacht.
Nach etwa einer halben Stunde Autofahrt durch eine wunderschöne Winterlandschaft sind wir an einem Platz angekommen, von dem es dann noch 6 Kilometer Skiweg bergauf ging. Wir sind "querfeldein" gefahren, aber es war echt schöner Schnee und das Wetter war unglaublich gut.
An der Stelle wo wir unsere Höhlen bauen sollten sind alle Austauschschüler erst einmal ausgeschwärmt um mit den Skiern in der Gegend herumzufahren. Das gute Wetter hat einfach zu guter Laune geführt und die Stimmung war super.

 

 
Bald mussten wir jedoch unseren Ski-Spass beenden, und uns an die Arbeit machen. In Gruppen von 3-4 Personen wurde uns ein Platz zugewiesen an dem wir unsere Schneehöhle bauen sollten. Voller Motivation haben wir uns dann daran gemacht den Schnee aus der Wand zu hacken und wegzuschaufeln. Am Anfang war es vergleichsweise echt leicht, aber schon bald wurde der Schnee immer eisiger und schwieriger aus der Wand zu schlagen, sodass wir am Ende Eisklumpen mit einer Säge aus der Wand schneiden mussten. Das grösste Problem und der anstrengendeste Teil war aber das Schnee-aus-der-Höhle-entfernen. Man musste nämlich aufpassen, den Boden eben zu machen, sodass die kalte Luft aus der Höhle rauskann und es "warm" in der Höhle ist. So ganz verstanden habe ich das nicht, aber zum Glück haben die anderen dann das Denken für mich übernommen :D






Nach etwa 6 Stunden harter Arbeit, einigen Pausen dazwischen, jede Menger Schokolade und schönem Gesang dachten wir, dass wir so gut wie fertig sind, und es nicht mehr viel zu arbeiten ist, haben wir dann die Arbeit beendet, und Selma und Ich haben uns auf eine kleine Skitour gemacht. Und das war einfach nur wundervoll! Es war so stille und unberührte Natur um uns herum und es war genau zu der Sonnenuntergangszeit, weshalb der ganze Himmel Orange-rot war. In der Ferne waren schneeweisse Bergspitzen zu sehen, und die Landschaft durch die wir gefahren sind war fantastisch schön. Der Schnee war super zum Skifahren und als wir dann einen kleinen Hang mit Schanze entdeckt haben sind wir da ein paarmal runtergefahren, was echt spassig war, auch wenn wir jedes Mal hingefallen sind.

Nach unserer kleinen Expedition haben wir uns zu den anderen gesellt, die sich am Feuer gesammelt haben, weil es nach dem Sonnenuntergang echt sehr schnell sehr kalt geworden ist. Auf unserem Plastikgeschirr gab es dann leckeres Essen und zum Glück haben die Teamer die ganze Zeit Wasser gekocht sodass wir warmen Tee und Kakao trinken können, was wirklich überlebenswichtig war.

 

Nach und nach sind wir immer mehr durchgefroren und haben uns am Feuer zusammengekuschelt, bevor wir dann festgestellt haben, dass wir doch noch echt nicht fertig mit unserer Höhle waren. Also haben wir uns mit Kopflampen dran gemacht, unseren Eingang zu verkleinern (wir haben den leider zu gross gebaut, sodass die ganze kalte Luft reingeströmt ist) und weil wir echt kalt und müde waren, haben wir uns dann irgendwann zufrieden gegeben und uns schlafen gelegt.
Und es war kalt. Sehr kalt. Ich lag neben Selma und wir haben beide vor uns hingezittert, weil wir unsere Höhle doch in irgendeiner Art uns Weise falsch gebaut haben. Ich habe mir dann den Schlafsack mit Selma geteilt und das hat unglaublich geholfen! (danke Selma- ohne dich wäre ich erfroren). Nach ein paar sehr fragwürdigen Unterhaltungen in unserer Höhle die uns von der Kälte abgelenkt haben konnte ich dann doch irgendwann schlafen und habe tatsächlich bis halb 9 am nächsten Morgen geschlafen. In der Nacht hatte es geschneit, und natürlich auch in unsere Höhle, in der alle unsere Sachen lagen, sodass wir erstmal unsere Sachen ausgraben mussten.

Den Vormittag haben wir dann am Feuer verbracht mit Tee, warmen Kakao, Tütengrøt und Tubenkäse. Gegen 11 haben wir unsere Sachen zusammengepackt und uns auf den Rückweg gemacht. Irgendwie hatten Selma und Ich eine falsche Skismøring (so ein klebriges Zeug was man unter die Skier schmiert), sodass es superschwer war zu fahren. Auf der Hälfte haben wir Tomas getroffen, der etwa das selbe Problem hatte. Wir haben dann die Skier abgeschnallt und sind die letzten 2 Kilometer (oder so) gelaufen. Deshalb waren wir auch die letzten, und mussten am Parkplatz noch ein bisschen warten bis wir zum Bahnhof fahren konnten. Die ganzen Oslo- Leute sind dann relativ bald in einen Zug gestiegen, sodass Rike, Anezka und ich alleine 4 weitere Stunden rumschlagen konnten. Wir haben uns im Warteraum gemütlich eingerichtet mit unseren Isomatten, Schlafsäcken, Musik und Essen, sodass uns alle komisch angeschaut haben, die auf ihren Zug gewartet haben. Nach 3 Stunden Fahrt war ich dann endlich zuhause und konnte endlich warm duschen- die beste Dusche seit langem!

Das Wochenende war eines der besten Dinge die ich in meinem Leben erlebt habe und ich bin so dankbar dafür! Wenn es die Möglichkeit nochmal gäbe würd ichs nochmal machen, genau wie alle anderen.
Die liebe Sarah hat ein Video aus allen Bildern zusammengestellt, welches ihr euch hier anschauen könnt:




Alles Liebe,
Eure Sabine

1 Kommentar:

  1. Toller Bericht, Sabbi! Ich bin sehr dankbar für deine lebensrettende Wärme von diesem Wochenende! Würde die Tour jederzeit wieder mit dir machen (mit mehr Socken und Wollpulli). :D
    Sehen uns Freitag.
    Deine Selma

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